Meine Erlebnisse in einer Polyamoren Beziehung

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Liebe macht uns zu Menschen. Wir lieben unsere Freunde, lieben unsere Familien und lieben unsere Partner. Unsere freundschaftliche Liebe ist nicht an eine festgelegte Anzahl von Personen gebunden. Unsere familiäre Liebe ist es ebenso wenig. Irgendwo auf dem Weg hat sich die Gesellschaft aber entschieden, dass die Liebe zu einem Partner eine Alleinstellungsposition innehalten soll.

Monogamie, so nennen sie es und meinen damit die Liebe zu einem Partner, die eine Liebe des Lebens, die Liebe zu der einen Person, mit der wir tiefste Intimität und Verbundenheit teilen. Aber steht die eine, große Liebe nicht dem Kern von Liebe entgegen? Das habe ich mich gefragt, seit ich 20 Jahre alt war. Kennt Liebe wirklich Grenzen? Ist Liebe nicht eher frei, losgelöst von Konventionen und unabhängig von Normen? Der Liebe einen strikten Rahmen zu geben, halte ich für beengend. Liebe auf eine Person zu definieren, halte ich für ein Gefängnis. Die eine große Liebe ist für mich ein Hollywoodklischee. Nur kann wahrhaftige Zuneigung und Liebe meiner Meinung nach unmöglich ein Klischee sein. Deshalb halte ich monogamische Liebe für irreal. Monogamie nimmt der Liebe, wie ich sie kenne die Grenzenlosigkeit, die Freiheit und die Ungezwungenheit. Monoamory macht Liebe zur Routine und lässt uns den Kern der Liebe vergessen.

Wann immer ich jemand diese Grundsätze anvertraut habe, hat man mich so schief angesehen, wie einen 80-jährigen beim Kondomkauf. Du warst scheinbar noch nie verliebt, haben sie gesagt. Traurig für dich, dass du nicht an die eine, große Liebe glaubst – dann ist Liebe für dich ja überhaupt nichts Besonderes mehr. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Ich glaube an die Besonderheit jeder einzelnen Liebe, aber wahre Liebe hat für mich keinen Rahmen. Sie ist frei und sie wird freiwillig gegeben. Deshalb bin ich Polyamorist. Jeder Mensch hat eine Million verschiedener Charakterzüge. Welche das sind, unterscheidet sich von Person zu Person. Wenn ich monogamische Pärchen beobachte, sehe ich sie nicht gerade jedem Charakterzug des anderen gebührende Zuneigung, Wertschätzung und Liebe entgegenbringen. Dafür sind unsere einzelnen Charakterzüge einfach zu viele. In der Polyamory sind wir mehrere. Jeder unserer Charakterzüge erhält so die Zuneigung, die ihm gebührt. Wir fühlen uns in unseren Vollen geliebt, verlieren Unsicherheiten und lernen jede unserer persönlichen Eigenschaften als liebenswert kennen. Wir fühlen uns als Ganzes verstanden und respektiert. Polyamoristen schätzen sich gegenseitig genug, um dem anderen diese Vorzüge und die Freiheit der Liebe zuzugestehen. Für mich ist die Liebe zu vielen die einzig wahre, große Liebe, denn Polyamoristen wollen den anderen so geliebt, glücklich und frei sehen, wie irgendwie möglich.

Ich bemerke oft, dass Polyamorie mit Bigamie, Polygynie oder Polygamie gleichgesetzt wird. Manche Menschen sehen in der Polyamorie auch das Verlangen nach sexuellen Abenteuern. Nichts davon entspricht der Polyarmorie, wie ich sie kenne. Polyamoristen geht es nicht unbedingt um Sex, sondern eher um ehrliche Zuneigung. In meinen polyamoren Beziehungen waren mehrere Eigenschaften von Wert: Respekt, Offenheit, Kommunikation, Hingabe und Verbindlichkeit. Wer Polyamorie mit Unverbindlichkeit gleichsetzt, hat also keineswegs Recht. Meine polyamore Hauptbeziehung ist sehr wohl verbindlich. Die erklärte Liebe zueinander ist vorhanden. Nur das Besitzdenken monogamer Beziehungen ist es nicht.

Wir behandeln einander nicht als Gegenstand, sondern bringen der Menschlichkeit und den Wünschen des anderen größtmöglichen Respekt entgegen. Dazu gehört nicht nur die Toleranz von weiteren Beziehungen, sondern die ehrliche Akzeptanz der Nebenpartner. Unsere Lebensweise hat uns zu polyamoren Familienverbänden werden lassen, in denen alle Beteiligten mit großer Ehrlichkeit und Zuneigung behandelt werden. Die Selbstoffenbarung ist in meiner polyamoren Hauptbeziehung eine Regel. Wir wissen, welche Beziehungen der andere unterhält. Wir haben die Nebenpartner des Partners kennengelernt und sehen sie als gute Freunde. Das Commitment ist für uns ebenso wichtig, wie die Ehrlichkeit miteinander. Unsere Hauptbeziehung hat durch unsere Nebenbeziehungen niemals Defizite erfahren müssen, was Liebe, Zärtlichkeit oder Verlässlichkeit betrifft.

Mein erster Kontakt mit der Polyamorie hat sich in einer Flughafenbar ergeben. Ich war damals in einer langjährigen Beziehung. An unserem letzten Urlaubstag lernten wir an der Bar ein sympathisches Paar kennen. Als wir mit ihnen ins Gespräch kamen, stellten sie sich als Polyamoristen heraus. Das Konzept faszinierte uns. Nach der Heimkehr vom Urlaub dachte jeder von uns einige Wochen darüber nach. An diese ersten Gedanken schloss sich ein Klärungsgespräch an, bei dem wir einen verbindlichen Werterahmen festlegten. Keiner von uns hat an der Liebe des anderen je gezweifelt. Daher hielten wir Eifersucht für ein geringes Problem.

Als wir unter Mitwissen des anderen die ersten Nebenbeziehungen unterhielten, schlichen sich allerdings erste Zweifel ein. Polyamorie bedeutet immer auch, sich den eigenen Verlustängsten und Unsicherheiten zu stellen. Die ersten Treffen mit den Nebenbeziehungen des anderen waren für uns daher etwas schwerer als angenommen. Weil wir uns unseren Ängsten und Unsicherheiten aber gemeinsam gestellt haben und in der offenen Kommunikation die Nebenbeziehungen des anderen besser kennenlernten, verpufften die Zweifel und die Angst vor dem Andersartigen schon nach kaum ein paar Wochen.

Einige Polyamoristen werden immer wieder von Zweifeln ergriffen und legen den Rahmen ihrer Hauptbeziehung immer wieder neu fest. Mit dem Grundsatz der Ehrlichkeit und Offenheit ist unseren Bekannten das zumindest immer wieder gelungen. Wichtig ist, dass sich der Partner anerkannt fühlt und an seinen eigenen Wert glaubt. Tut er das nicht, kann die Polyamorie schwerwiegende Schäden an einer Beziehung hinterlassen.

Ich kann mir mittlerweile keine andere Lebensweise mehr vorstellen, denn ich habe durch das Lebenskonzept neue Freunde, Freiheit, Sicherheit und ehrliche Liebe gewonnen. Jede meiner Beziehungen ist einzigartig und hat meine volle Wertschätzung. Statt der einen, besonderen Liebe habe ich also viele und verlassen kann ich mich auf jede einzelne davon.
 
 

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Kommentare

  1. Finger Weg!  Juni 24, 2016

    Ich als Frau kann nur davon abraten, sich auf so etwas einzulassen. Ich habe vor vielen Jahren einen interessanten Mann kennengelernt und mich total in ihn verliebt. Daher sah ich auch vor lauter rosarot keine klaren Bilder mehr und habe mich auf jeden Schmarrn eingelassen. Ich kann nur sagen: nie mehr, finger weg!

    Seit ich IHN kenne und er mir was von seiner Polyamorie vorschwafelt, bin ich nur noch am Leiden. Ich bin ein seelisches Wrack, Immer warte ich auf ein Zeichen von ihm, um dann sofort zur Stelle zu sein. Er muss nur mit dem Finger schnippen. Aber wenn ich mal Initiative zeige, dann hat er grad ein Date mit einer anderen Frau, oder ist mit einer seiner Freundinnen im Urlaub.

    Ich denke, seinen anderen Frauen geht es genauso wie mir. Sie leiden alle und sind ihm verfallen. Er hat eine unglaubliche Ausstrahlung und weiss diese auch einzusetzen. Die Polyamorie wie sie hier beschrieben ist, ist etwas für Männer, die sich nicht festlegen wollen. Frauen: lasst die Finger davon! Ihr macht euch nur unglücklich!

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