Zu lange auf den Traumprinzen gewartet?

Hallo Mädels! Das hier ist meine Geschichte. Und ich erzähle sie euch, damit euch nicht das Gleiche passiert wie mir.

Was ist passiert?

Das ist schnell erzählt: ich bin 45 und immer noch solo. Und dabei hätte ich doch soooo gern eine Familie. Mein Traum war es immer, eine grosse Familie zu haben. Ich bin selbst in einer grossen Familie mit fünf Geschwistern aufgewachsen und habe mir das immer für mich gewünscht.

Doch irgendwie habe ich zu lange auf den perfekten Mann für meine Familie gewartet. Leider ist dieser bisher nicht in meinem Leben aufgetaucht.

Dabei hätte es durchaus Interessenten gegeben. Ich war immer viel auf Parties unterwegs, habe das Leben genossen und auch nichts ausgelassen. Doch an jedem hatte ich -bei nüchterner Betrachtung- etwas auszusetzen. Keiner konnte meinen hohen Erwartungen gerecht werden, und so blieb ich solo.

15 Jahre Torschlusspanik!

Mit 30 ging es los! Überall um mich herum wurde geheiratet und kurz darauf kamen die ersten Babies. Am Anfang fand ich das noch gar nicht so schlimm. Mit 30 hat man ja noch Zeit. Und so früh wollte ich mich eh nicht binden, sondern erst einmal richtig Geld verdienen und das Leben geniessen.

Aber irgendwann wurde mir dann bewusst, dass nicht nur meine besten Freundinnen heirateten, sondern dass potenzielle Männer im Zielalter plötzlich auch alle verheiratet oder mindestens vergeben waren.

Die Torschlusspanik kam schleichend. Meist in der Nacht. Und dann lag ich im Bett und die Panik legte sich um meinen Hals. Ein unangenehmes Gefühl, welches mich lähmte. Tagsüber ging es dann meist wieder. Da war ich abgelenkt. Aber sobald irgendein Anlass war – mal wieder jemand schwanger – ging es mit Wucht wieder los.

Verzweifelte Suche

Also ging ich bewusst auf die Suche. Wenn der Traumpartner nicht aktiv in mein Leben tritt, dann muss ich ihm eben hinterherlaufen.

Ich probierte alles: vom Fitnessabo, über Kochkurs, Sprachschule, Singlereisen bis hin zum Tanzkurs. Die einzigen Männer, die mir hier über den Weg liefen waren Detlef, Waldemar und Rüdiger – oder so ähnlich. Also was ich damit meine: der Name ist Programm. Alles Muttersöhnchen, die mit fast 40 noch bei Mutti wohnen und vom Sozialverhalten her voll danebenlagen.

Kleine Kostprobe gefällig? Der eine (ich glaube er hiess wirklich Waldemar) war doch tatsächlich der Meinung, dass man beim Essen nicht reden darf. War ein sehr schweigsames erstes Date – und auch das letzte mit Waldemar. Und dann war da noch Rüdiger (wie kann man sein Kind nur Rüdiger nennen!!!). Also, besagter Rüdiger hatte wohl mal was von der Emanzipation der Frau gehört. Und da muss er irgendwie was falsch verstanden haben: jedenfalls war er tatsächlich der Meinung, dass neuerdings die Frau im Restaurant zahlt. Also alles, nicht nur die Hälfte!

Versteht ihr mich jetzt? Ich landete ständig nur bei solchen übrig gebliebenen Underperformern.

Ab 40 nur noch jüngere Männer

Und dann ging das Drama in die nächste Runde. Ich wurde 40. Ich machte ein grosses Fest – natürlich ganz ohne Partner. Meine Gäste hingegen brachten alle ihre ganze Familie mit. Es gab mehr Andrang am Wickeltisch als auf der Damentoilette – was für ein Hohn!

Nach dem Fast begab ich mich wieder auf die Suche. Jetzt sollte alles besser werden. Und dann gab es einen Lichtschimmer. Jonas trat in mein Leben. Jonas war erst 29, aber wirkte irgendwie schon so reif und erwachsen. Und da ich um einiges jünger aussehe – zumindest wird mir das immer von allen Seiten bestätigt- hab ich mir nichts dabei gedacht.

Jonas brachte Leichtigkeit in mein Leben. Ich lernte Kitesurfen, Tauchen, und einige neue Stellungen im Bett. Warum war ich nicht früher auf die Idee gekommen, mir einen jüngeren Partner zuzulegen? Die sind noch nicht beziehungsversaut und haben keine Single-Macken. Ich schwebte auf Wolke 7.

Und dann starb sein Grossvater. Nicht weiter schlimm, er war schon über 90. Aber bei Jonas löste das irgendwie den Vermehrungsreflex aus. Plötzlich machte er sich Gedanken über Familie und Kinder. Ich wurde hellhörig. Aber nur für eine Schrecksekunde lang. Er erklärte mir nämlich, dass er die Beziehung mit mir nun beenden müsse um sich eine Partnerin für seine Familienplanung zu suchen. Ich verstand nicht ganz. Und da holte er zum rhetorischen Schlag in die Magengrube aus: ich komme als Mutter seiner Kinder nicht in Frage, schliesslich bin ich ja schon viiieeeel zu alt.

Rummmmms! Das sass! Und zwar gewaltig.

Ich taumelte heim, in meine schmucklose 2,5-Zimmer Wohnung und heulte nur noch. Und wollte nie mehr raus, in diese furchtbare Welt voller Rückschläge und Enttäuschungen.

Niemand braucht mich, keiner liebt mich

In meiner Verzweiflung rief ich meine beste Freundin an. Die war grad schwanger mit Ihrem vierten Kind, aber was soll’s. Ich heulte ihr eine Stunde lang die Ohren voll. Dann verabredeten wir uns für den nächsten Abend. In einem schicken Restaurant. Ich trank den teuren Wein allein – musste ich ja sozusagen.

Und im Verlaufe des Abends wurde mir bewusst, dass niemand mich braucht und auch zuhause niemand auf mich wartet. Sie bekam alle viertel Stunde eine SMS oder MMS von ihrem Mann.

Der wartete auf sie, er vermisste sie. Die 3 kleinen Kinder fragten nach ihrer Mami. Und ich? Kein Mensch braucht mich, keiner wartet daheim auf mich. Und das einzige SMS das ich an diesem Abend bekam, war von Detlev (!), der mich fragte ob ich mit ihm zusammen am Wochenende Zimtsterne backen wollte. ZIMTSTERNE!!!!!!

Selbstbewusstsein am Boden

Heiraten und Kinderkriegen ist fürs Selbstbewusstsein toll. Man wird geliebt und gebraucht. Das Gegenteil passiert wenn man unfreiwillig partner- und kinderlos bleibt. Man fühlt sich so richtig und gebraucht. Ob ich da bin oder nicht – wen kümmerts?

Man wird jedes Jahr älter, und das Problem mit der Familienplanung jedes Jahr grösser. Und irgendwann wird selbst dem hoffnungslosesten Optimisten klar – hier läuft nix mehr, der Zug ist abgefahren. Und zwar für immer.

Mädels! Wir sind am absoluten Tiefpunkt meiner Geschichte angekommen. Habt ihr es wirklich bis hier ausgehalten? Habt ihr schon depressive Anflüge!

STOPP! Ich will euch mit meiner Geschichte nicht deprimieren. Sondern wachrütteln. Ihr seid noch jung!!! Ihr habt es noch in der Hand, was aus eurem Leben wird. Macht nicht den gleichen Fehler wie ich, sondern packt die Chance, wenn sich eine bietet!

Da draussen laufen jede Menge Männer rum. Alle haben ihre Fehler. Es gibt keinen Mister perfekt. Vergesst eure Disney-Märchen-Prinzen, von denen ihr als Kinder geträumt habt. Die gibt es im wirklichen Leben nicht.

Sucht euch einen lieben Kerl, mit dem ihr gemeinsam durchs Leben gehen könnt. Perfekt ist niemand, ihr ja sicher auch nicht, oder?

Ich wünsch euch alles Glück auf Erden. Und viel Erfolg bei der Suche nach einem lieben Ehemann und Papi für eure Kids!

 

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